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Aufforderung zum Lächeln: Pianistin Eunsol Park gab ihr Debut

Bad Homburg (hw). Am Ende war es die berühmte Aufforderung zum Tanz, die den Zuhörern neben der Begeisterung noch ein Lächeln aufs Gesicht zauberte. Erinnerte sich doch mancher an seine eigenen Klavierstunden, in denen er selber sich an dem Stück versucht hatte.

 

Carl Maria von Weber, der Komponist der bekannten Oper Freischütz und dessen 200. Todestages wir 2026 gedenken, war einer der Schwerpunkte im Konzertprogramm der jungen koreanischen Pianistin Eunsol Park. Mit seinen „Favoriten-Walzern“, gewidmet Marie-Louise, der zweiten Frau Napoleons I., hatte sie ihr Programm eingeleitet. Spritzig, dem Leben zugewandt, gab sie mit diesen sechs Kleinodien einen frühlingshaften Einstand, ehe sie sich dann einem ausgewiesenen Schwergewicht der Klavierliteratur zuwandte: Beethovens Waldsteinsonate. Auch diese, dem Leben zugewandte Sonate des schon weitgehend ertaubten Beethoven nahm Eunsol Park mit einem beherzten Zugriff im ersten Satz, malte im Intermezzo ein gedämpftes Farbenspiel von gelösten Akkordfiguren, um dann im folgenden Allegretto die Sonne aufgehen zu lassen. Diesen musikalisch wie technisch anspruchsvollen Satz meisterte sie souverän mit all seinen Trillern, pausenlosen sechzehntel Läufen und Oktavpassagen.

 

Nach der Pause kam Robert Schumann mit der Novellette fis-Moll op. 21.8 zu Wort. Eine heimliche Liebeserklärung an seine spätere Frau Clara, deren Verbindung zu Robert Schumann vom Vater Wieck absolut missbilligt wurde. Leidenschaftlich, schwärmerisch und keck kam das Stück daher, von der Pianistin mit allem jugendlichen Überschwang gespielt, ehe dann mit Chopins erster Ballade die Dramatik Einzug hielt. Wahrscheinlich angeregt durch Gedichte seines Landsmanns Adam Mickiewicz schuf Chopin die Gattung der musikalischen Ballade. Die erste in  g-Moll, nicht als Programmmusik geplant, ist ganz geprägt von den Auswirkungen der russischen Besatzung Polens, die Chopin veranlasste, sein Land zu verlassen und in Paris eine neue künstlerische Heimat zu suchen. Eunsol Park brachte das entsprechende technische Rüstzeug mit, um diesem Werk seinen angemessenen dramatischen Ausdruck zu verleihen. Mit voller Hingabe formte sie das traurige Hauptthema, ließ das hoffnungsvolle Seitenthema heroisch aufblühen und führte die Coda in eine erschütternde Endgültigkeit. Ein größerer Kontrast als zu der sich anschließenden Aufforderung zum Tanz Webers war kaum möglich. Sie gab dem Abend einen heiteren, fröhlichen Ausklang. Nach lebhaftem Applaus und einigen Bravo-Rufen verabschiedete sich Eunsol Park virtuos mit Chopins Fantasie-Impromptu op. 66. Die Bad Homburger hoffen auf ein baldiges Wiedersehen mit dieser sympathischen Künstlerin.

 

Erschienen in der Homburger Woche am 27. März 2026, Seite 8.

https://www.taunus-nachrichten.de/system/files/content/epaper/2026/bad_homburger_woche_260326.pdf 

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